Dienstag, 31. Januar 2012

Rezension: Souad - Bei lebendigem Leib

Autorin: Souad
Titel: Bei lebendigem Leib
Seiten: 286
Genre: Autobiografie
veröffentlicht: 2004 im Blanvalet Verlag
Originalausgabe: Brûlée vive (Paris, 2003)
Eine Leseprobe gibt es hier.

Zitat: 

Ich bin ein Mädchen, und Mädchen müssen immer schnell gehen und auf den Boden schauen, den Blick auf den Boden heften und sich beeilen. Mädchen dürfen nicht aufsehen oder den Blick schweifen lassen, denn wenn ein Mädchen einem Mann in die Augen schaut, behandelt sie das ganze Dorf als charmuta.
Sieht eine verheiratete Nachbarin, eine alte Frau oder sonst jemand das Mädchen allein auf der Straße, ohne ihre Mutter oder ihre ältere Schwester, ohne Schaf, Heubündel oder einen Korb voller Feigen, gilt sie ebenfalls sofort als charmuta. (S. 7)


Kurzbeschreibung:

Souad ist siebzehn Jahre alt, und sie ist schwanger. Für ihr Heimatdorf im Westjordanland ein Skandal - denn Souad hat die Ehre der Familie beschmutzt. Deshalb beschließen ihre Eltern, sie zu töten, und Souads Schwager Hussein soll das Urteil vollstrecken. Im Nebenzimmer sitzend, belauscht Souad ihr eigenes Todesurteil. Als sie einige Tage später im Garten die Wäsche waschen will, tritt Hussein hinter sie, übergießt sie mit Benzin und verbrennt die junge Frau bei lebendigem Leib. In den Augen der Dorfgemeinschaft ist dieser Mann ein Held.
Und seine Tat ein "Ehrenmord": Mehr als 5000 Tötungsdelikte an jungen Frauen durch Familienmitglieder sind jährlich weltweit dokumentiert; die Dunkelziffer ist jedoch weitaus höher. Und all diese Frauen sind Opfer einer archaischen Tradition, die noch heute als ungeschriebenes Gesetz vollzogen wird. Wie durch ein Wunder kommt Souad mit dem Leben davon, und es gelingt einer französischen Menschenrechts-Aktivistin, die schwerstverletzte junge Frau außer Landes zu bringen.
Lange hat Souad geschwiegen. Doch nun hat sie sich entschlossen, Zeugnis abzulegen: für all jene Mädchen und Frauen, deren Leben in Gefahr ist; im Gedenken an die zahllosen Opfer, die nicht so viel Glück hatten wie sie. Und um die Weltöffentlichkeit auf dieses Unglück hinzuweisen.


Über die Autorin:

Souad wurde Ende der fünfziger Jahre in einem Dorf im Westjordanland gebören. Nach dem grausamen Mordanschlag gelang es einer engagierten Mitarbeiterin der Hilfsorganisation surgir in einer abenteuerlichen Aktion, die schwer verletzte Souad und ihr früh geborenes Kind in eine Schweizer Spezialklinik zu bringen. Nach Jahren voller körperlicher und seelischer Qualen lebt Souad heute zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern unter falschem Namen irgendwo in Europa. Trotz der Gefahr einer Verfolgung durch ihre Familie hat Souad sich entschlossen, ihre Geschichte der Weltöffentlichkeit mitzuteilen.


Rezension:

Souad hat mit diesem Buch mir und sicherlich vielen anderen Menschen die Augen geöffnet, was das Thema "Ehrenmord" betrifft. Unter diesem Begriff habe ich mir bislang immer nur etwas Schwammiges vorgestellt, keine konkrete Aktion wie hier das Verbrennen bei lebendigem Leib.
Die Autorin ist in einer Welt aufgewachsen, in der Frauen nichts zu sagen haben. Erst, wenn ein Mädchen verheiratet ist, darf es überhaupt alleine auf die Straße gehen oder in den Lebensmittelladen um die Ecke, vorher ist an diese simplen Taten, wie sie für uns sind, gar nicht zu denken. Geschehen sie doch, gilt das Mädchen als Prostituierte und kann es vergessen, einen Mann zu finden. Eine Heirat bedeutet Übersiedlung von einem Gefängnis in ein anderes. Geheiratet wird erst, wenn alle älteren Schwestern verheiratet sind. Wenn die ältere Schwester niemand haben will, hat man als jüngere eben Pech gehabt.
Souad wartete schon seit Jahren auf ihre Hochzeit, bis sie einen Mann trifft, der ihr diese verspricht. Am Ende schwängert er sie und verschwindet.
Souad, die in Europa versucht, ein neues Leben für sich aufzubauen, wird nie eine gesunde Frau sein. Durch ihre körperlichen Missbildungen, die von starken Verbrennungen zeugen, muss sie sich auch im Sommer sehr bedeckt kleiden. Der psychische Druck, der dadurch entsteht, ist für sie manchmal nicht auszuhalten.
Doch sie entschließt sich, sich der Weltöffentlichkeit zu stellen und meiner Meinung nach hat sie uns damit ein großes Geschenk gemacht. Kaum ein Opfer traut sich das zu, denn überlebende Opfer von Ehrenmorden werden bis zum Ende gejagt, noch der entfernteste Verwandte fühlt sich verpflichtet, diese Tat zu Ende zu führen, um die Ehre der Familie wieder herzustellen...
Ich habe bei dem Buch geweint und mich gefragt, was für eine wahnsinnige Welt das nur ist...
Es ist natürlich kein literarisch perfektes Werk, doch das soll es auch nicht sein, sondern es soll authentisch sein und das ist es allemal.
 

Fazit: 

Ein Muss für alle, die nicht die Augen vor den Problemen unserer Welt verschließen.

Rezension: Susan Elizabeth Phillips - Kein Mann für eine Nacht

Autorin: Susan Elizabeth Phillips
Titel: Kein Mann für eine Nacht
Seiten: 511
Genre: Liebesroman
veröffentlicht: 2008 im Blanvalet Verlag
Originalausgabe: Glitter Baby (New York, 1987/2008)
Leseprobe gibt es hier.

Kurzbeschreibung:
 
Sie war ein Star, ein erfolgreiches Model und am Anfang einer hoffnungsvollen Karriere als Schauspielerin. Doch eines Tages ließ Fleur Savagar alles zurück und verschwand spurlos von der Bildfläche. Was niemand ahnte: Hinter der Fassade der strahlenden Schönheit verbarg sich in Wahrheit eine schwer verletzte Seele. Es scheint, als hätte sie ihr Leben lang jeder nur benutzt oder verraten: Ihr Vater, der kaltherzige französische Graf Alexi Savagar, interessierte sich erst für sie, als aus dem hässlichen Entlein ein wundervoller Schwan geworden war. Ihre Mutter, die in der Karriere ihrer Tochter die Erfüllung ihrer eigenen Wünsche und Träume fand. Und Jake Koranda, der Mann, den Fleur von ganzem Herzen liebte nd ihm vertraute? Belog er sie tatsächlich für seinen eigenen Erfolg?
Sechs Jahre lang hat niemand etwas von Fleur gehört. Jetzt ist das Glitter Baby der New Yorker High Society zurück - etwas älter und umso schicker und eleganter. Und die Gerüchteküche brodelt. Doch diesmal sind die Karten neu gemischt, Fleur weiß, was sie kann und will. Eigensinnig stellt sie sich ihrer intriganten Familie entgegen, raffiniert rächt sie sich an ihren Feinden - und dann beginnt sie mutig den Kampf um ihre wahre Liebe ...
 
 
Über die Autorin:
 
Susan Elizabeth Phillips ist eine der meistgelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Romane erobern jedes Mal auf Anhieb die Bestsellerlisten in Deutschland, England und den USA: Die Autorin lebt mit ihrem Mann udn zwei Söhnen in der Nähe von Chicago.
 
 
Rezension:

Fleurs Mutter wollte Stars immer ganz nahe sein. In ihrer Jugend hat sie das auch geschafft, doch hoch rausgekommen wie ihre Tochter ist sie nie. Dabei sind Stars und Sternchen ihr ganzes Leben, das sie völlig auszufüllen scheint. Fleur dagegen wurde in die Modelrolle gedrängt, niemand fragte sie, ob sie das wirklich machen möchte. Fleur hat Grenzen, ihre Mutter möchte diese brechen - und Fleur soll doch bitteschön alles so machen, wie ihre Mutter und ihre Manager es von ihr wollen.
Irgendwann hat Fleur die Nase voll und taucht unter. Und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf um ihre zwei Väter, ihre Mutter und ihre große Liebe...
Es war der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen habe und es ist was Nettes für zwischendurch, doch nichts Besonderes für mich. Die Sprache ist sehr, sehr einfach gehalten. Es wird kaum tiefgründig auf Gedanken und Gefühle der Hauptfiguren eingegangen, man muss sich den Rest selbst zusammenreimen. Bei der Action wird jedoch keine einzelne Handlung ausgelassen und man bekommt alles detailgetreu geschildert, alles, was wohl wichtig ist.
Keine der Figuren ist mir während des Lesens ans Herz gewachsen, sie blieben alle an der Oberfläche und kurz nach dem Lesen waren sie auch schon wieder fast verschwunden aus dem Gedächtnis.
 
Fazit:

Für einen entspannten Nachmittag möglicherweise das Richtige, aber auf Tiefgang sollte man hier nicht hoffen.

Rezension: Isabel Abedi - Lucian

Autor: Isabel Abedi
Titel: Lucian
Seiten: 553
Genre: Jugendbuch, Fantasy
veröffentlicht: 2009 im Arena Verlag


Zitat: 

"Becky, hast du dir eigentlich mal überlegt, dass Lucian vielleicht ... kein ... Mensch ist?" Ich senkte den Kopf. "Nein, flüsterte ich. Aber was ich dachte, war: Ja.

Kurzbeschreibung:

Immer wieder taucht er in Rebeccas Umgebung auf, der geheimnisvolle Junge Lucian, der keine Vergangenheit hat und keine Erinnerungen. Sein einziger Halt ist Rebecca, von der er jede Nacht träumt. Und auch Rebecca spürt vom ersten Moment an eine Anziehung, die sie sich nicht erklären kann. So verzweifelt die beiden es auch versuchen, sie kommen nicht voneinander los. Aber bevor sie noch erfahren können, was ihr gemeinsames Geheimnis ist, werden sie getrennt. Mit Folgen, die für beide grausam sind. Denn das, was sie verbindet, ist weit mehr als Liebe.


Über die Autorin:

Isabel Abedi hat 13 Jahre lang als Werbetexterin gearbeitet. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen Deutschlands. Ihr Roman "Whisper" wurde für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, der Roman "Isola" war Spiegel-Bestseller. Isabel Abedi lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Rezension:

Rebecca und Lucian begegnen sich immer wieder, obwohl sie nichts gemeinsam haben, wie es zunächst scheint. Außer, dass sie im selben Alter sind, ist Lucian obdachlos und hat sein Gedächtnis verloren. Rebecca lebt ein normales Teenagerleben. Lucian träumt von Rebecca, er steht vor ihrem Fenster, er fühlt sich zu ihr hingezogen, und sie sich zu ihm. Beide können sich das nicht erklären, bis Lucian aufgeklärt wird und Rebecca von ihrem eigenen Vater bis ans andere Ende der Welt "entführt" wird.
Isabel Abedi liefert uns in diesem Roman eine einzigartige Idee, wie Verbundenheit noch bestehen kann. Und natürlich wird diese Verbundenheit, wie hätte es in einem Jugendroman anders sein können, mit zwischengeschlechtlicher Liebe ausgeweitet. Aber darum geht es in dieser Beziehung nicht vordergründig.
Deshalb ziehe ich den halben Kaktus ab, ansonsten war es ein ganz wunderbares Buch zum Mitfühlen und sich in den Lesesog ziehen lassen.
  


Fazit: 

Sehr lesenswert für diejenigen, die gern mal ihre Fantasie spielen lassen und dabei doch auf dem Boden bleiben wollen.

Montag, 30. Januar 2012

Rezension: Stephen King - Das Mädchen

Autor: Stephen King
Titel: Das Mädchen
Seiten: 302
Genre: Horror
veröffentlicht: 2000 bei Schneekluth
Originalausgabe: The Girl Who Loved Tom Gordon (New York, 1999)
Link zur Leseprobe: Leseprobe (vom PAN-Verlag)


Kurzbeschreibung:

"Die Welt hat Zähne. Und mit denen beißt sie zu, wann immer sie will."
Die neunjährige Trischa unternimmt mit ihrem Bruder und ihrer Mutter eine Wanderung. Trischa verlässt kurz den Weg - und verläuft sich im Wald. Hunger und Durst, Mückenschwärme und wilde Tiere, Einsamkeit und Dunkelheit sind nicht ihre einzigen Begleiter ...


Über den Autor:

Mit seinen phantastischen, teils ironischen "Horrorgeschichten" avancierte Stephen King zu einem der meistgelesenen Bestsellerautoren der amerikanischen Literatur.
King: „Die Ängste, die ich entdecke, sind die Ängste aller".
 
Rezension:

Die Geschichte ist ziemlich simpel, denn außer dem, was oben beschrieben wird, passiert nicht viel mehr im Groben.
Das letzte Mal, das ich ein King-Buch gelesen habe, da war ich noch ein Teenager, es ist mindestens an die fünf Jahre her. Damals mochte ich es, mich zu gruseln, heute jagt mir King und Co. regelrechte Schauer über den Rücken und beschert mir hin und wieder sogar einen Alptraum. Nichtsdestotrotz sieht man an diesem Roman mal wieder, wie faszinierend und fesselnd Stephen King schreibt. Mit einem Minimal an Handlung beschreibt er ausführlich die Gedanken, Gefühle und vor allem Fantasien der kleinen Trischa und stellt sie so glaubwürdig da, dass man sofort das neunjährige Mädchen vor sich sieht.
Die Gefahr, die im Wald auf Trischa lauert, wird immer nur angedeutet, erst gegen Ende erfahren Trischa und der Leser, ob die Gefahr eine wirkliche Gefahr - und wenn ja, was genau - oder doch nur eine Fantasie des Mädchens ist.
  
Fazit: 

Eine sehr spannende Geschichte, die in den Leser eindringt und nicht so leicht wieder aus den Gedanken zu bekommen ist.

Sonntag, 29. Januar 2012

Rezension: Waris Dirie - Nomadentochter

Autorin: Waris Dirie
Titel: Nomadentochter
Seiten: 288
Genre: Autobiografie, Reisebericht
veröffentlicht: 2002 bei blanvalet
Originalausgabe: Desert Dawn, New York 2002
Link zur Homepage der Autorin
Über die Autorin:

Waris Dirie wurde in der Wüste Somalias geboren. Sie zog mit ihrer Familie, einem Nomadenstamm, von Wasserstelle zu Wasserstelle, ständig im Kampf ums tägliche Überleben. Das erste grausame Erlebnis in der harten, aber geborgenen Welt ihrer Kindheit war ihre Beschneidung im Alter von fünf Jahren - ein Schicksal, das sie mit vielen afrikanischen Frauen teilt. Als sie mit vierzehn Jahren von ihrem Vater gezwungen wurde, einen alten Mann zu heiraten, rebellierte Waris und schaffte es, auf abenteuerlichen Wegen nach London zu fliehen, wo sie als Model entdeckt wurde. Später machte sie in New Yrok eine spektakuläre Karriere. Seit einigen Jahren kämpft sie engagiert gegen dei traditionelle Beschneidung von Mädchen in Afrika und anderen Ländern.


Kurzbeschreibung:

Waris Dirie spürt immer stärker, dass ihr die Familie fehlt - die Familie, die sie vor Jahren bei ihrer Flucht aus Somalia zurücklassen musste. Sie ist entschlossen, sich endlich Klarheit zu verschaffen, ob ihre Eltern und Geschwister in dem von Krieg und Hunger gepeinigten Land noch leben. Das Wiedersehen ist bewegend - und es veranlasst Waris Dirie, sich mit ihrem früheren und ihrem neuen Leben auf sehr persönliche Art auseinander zu setzen. 


Zitat:

"Meine Kinderzeit in Somalia hat meine Persönlichkeit dauerhaft geprägt und mich immer davon abgehalten, triviale Dinge ernst zu nehmen - zum Beispiel Erfolg und Berühmtheit. Davon verstehe ich nicht das Geringste. Ich weiß nur, dass meine Art zu denken afrikanisch ist, und das wird sich nie ändern."

 
Rezension:

Waris hat mit diesem Buch ein unglaublich persönliches Buch geschrieben. Sie zeigt der Öffentlichkeit, wie ihr Leben verlaufen ist, nachdem sie es selbst in die Hand genommen hat. Was ihre größten Sehnsüchte sind und was sie immer noch nicht verstehen kann, obwohl sie durch die ganze Welt fliegt, um berühmte Modekollektionen vorzuführen.
Waris sehnt sich nach ihrer Familie in Somalia. Sie macht mithilfe eines Fernsehteams ihre Familie ausfindig und fliegt nach Somalia. Dort verbringt sie wenige wunderbare Tage, in denen sie vor allem ihren Eltern so nahe kommt, wie sie es sich nur wünschen kann. Voller Hoffnung fliegt sie zu ihrem Sohn nach Europa zurück.
Es gibt eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Waris beschreibt auf ihre ganz persönliche Art, wie sie mit dem westlichen Leben zurechtkommt und womit sie in ihrem neuen Leben auch nicht einverstanden ist.
Vor allem habe ich ihre Traurigkeit empfunden. Sie ist aus Somalia geflohen, um ein neues Leben anzufangen. Sie ist berühmt, doch es bedeutet ihr nichts. Sie hat einen Sohn, aber sie hat sich von dessen Vater getrennt, nachdem dieser sie geschlagen hat. Sie ist emanzipiert, doch die Emanzipation macht sie nicht glücklich...
Fazit: 
Ein gefühlvolles Buch, das sehr zum Nachdenken anregt!


Weitere Bücher der Autorin: 
  • Wüstenblume
  • Schmerzenskinder
  • Brief an meine Mutter
  • Schwarze Frau, weißes Land

Mittwoch, 25. Januar 2012

Rezension: Happy Bissday!

Herausgeber: Charlaine Harris & Toni L.P. Kelner
Titel: Happy Bissday! Vampirgeschichten
Seiten: 461
Genre: Anthologie, Fantasy
veröffentlicht: 2008 in dtv
Originalausgabe: Many Bloody Returns, New York 2007
Link zur Leseprobe: Leseprobe



Kurzbeschreibung:

Auch Vampire haben mal Geburtstag ...
Geschichten mit Biss von Kelley Armstrong, Jim Butcher, Rachel Caine, Bill Crider, P.N. Elrod, Christopher Golden, Carolyn Haines, Tate Hallaway, Charlaine Harris, Tanya Huff, Toni L.P. Kelner, Jeanne C. Stein und Elaine Viets

"Dieses Buch ist ein Must für jeden Vampir-Fan!" Romantic Times

 
Rezension:

Ich lese eher weniger Fantasy und außer der Twilight-Serie habe ich noch keine Vampirromane gelesen. Außerdem ist es meine erste Anthologie, die ich überhaupt gelesen habe. Ich bin sehr positiv überrascht.
In diesem Buch sind insgesamt 13 Kurzgeschichten enthalten, die allesamt als Leitmotiv Vampire und Geburtstage beinhalten. Mal ist ein Vampir die Hauptrolle, mal wird gegen einen gekämpft, mal hat ein Vampir Geburtstag, mal greift er sein Opfer an dessen Geburtstag an...
Die Geschichten sind alle unterschiedlich, es gibt gefühlvolle, nachdenkliche, actionreiche Erzählungen.
Zum Cover ist zu sagen, dass die Torte, auf der der abgebildete Vampir steht, sehr hübsch glitzert. ;)
Bislang habe ich noch von keiner Autorin bzw. keinem Autor aus dieser Anthologie ein Buch gelesen, obwohl mir einige Figuren, die auch in die Kurzgeschichten eingebunden waren, vom Hörensagen bekannt waren. Das werde ich schleunigst ändern!
 
Fazit: 

Eine wunderbare Anthologie zum Schmökern. Eignet sich auch wunderbar als etwas außergewöhnlicheres Geburtagsbuchgeschenk. :)


Bücher der Autor/innen, die ins Deutsche übersetzt wurden:

Charlaine Harris:
  • Sookie-Stackhous-Serie (11 Bände)
  • Harper-Conelly-Serie (4 Bände)
  • Stummer Zorn (Einzelroman)
Christopher Golden:
  • Baltimore oder Der standhafte Zinnsoldat und der Vampir (Einzelroman)
  • Unmagier-Serie (4 Bände)
Kelley Armstrong:
  • Otherworld-Serie (13 Bände, die ersten 8 ins Deutsche übersetzt)
  • Darkest Power & Darkness Rising-Serie (5 Bände, die ersten 3 ins Deutsche übersetzt)
Jim Butcher:
  • Dresden Files (14 Bände, die ersten 9 ins Deutsche übersetzt)
  • Codex Alera (6 Bände, die ersten 5 ins Deutsche übersetzt)
P.N. Elrod:
  • Vampire Files (11 Bände, ersten 3 ins Deutsche übersetzt)
  • Jonathan Barrett, der Gentleman Vampir (4 Bände)
Rachel Caine:
  • Die Wetter-Wächter (9 Bände, der erste ins Deutsche übersetzt)
  • Haus der Vampire-Serie (8 Bände, die ersten 6 ins Deutsche übersetzt)
Jeanne C. Stein:
  • Anna Strong-Serie (6 Bände)
 Tanya Huff:
  • Die Chroniken der Hüter (3 Bände)
  • Crystal (2 Bände)
  • Victoria Nelson-Blutserie (6 Bände)
  • Smoke und ...-Serie (3 Bände)
  • Der Stein von Iskara (Einzelroman)
  • Der Hexenladen (Einzelroman)
Carolyn Haines:
  • Am Ende dieses Sommers (Einzelroman)
  • Der Fluss des verlorenen Mondes (Einzelroman)
  • Das Mädchen im Fluss (Einzelroman)
  • Bones-Serie/Sarah-Booth-Delaney-Serie (10 Bände, die ersten 6 ins Deutsche übersetzt)
Tate Hallaway:
  • Garnet Lacy-Serie (5 Bände)

Dienstag, 24. Januar 2012

Rezension: Waris Dirie - Wüstenblume

Autorin: Waris Dirie
Titel: Wüstenblume
Seiten: 348
Genre: Autobiografie
veröffentlicht: 1997 bei Knaur
Originalausgabe: Desert Flower, New York 1997

Links:
die Homepage der Autorin
der Trailer zur Verfilmung


Kurzbeschreibung:

Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten. In Wüstenblume hat sie nun erstmals ihre Geschichte niedergeschrieben und als UNO-Sonderbotschaftlerin den Kampf gegen die Folter der rituellen Beschneidung aufgenommen.
 
 
Zitat:
 
"Ich bete darum, dass eines Tages keine Frau mehr diese Qual erleiden muss. Sie soll zu etwas längst Vergangenem werden. Die Menschen sollen sagen: "Hast du schon gehört, die Genitalverstümmelung von Frauen ist in Somalia gesetzlich verboten und unter Strafe gestellt worden?" Und dann dasselbe auch im nächsten Land und im nächsten, und so weiter, bis die ganze Welt für alle Frauen sicher ist. Was für ein glücklicher Tag wird das sein - und darauf arbeite ich hin.
So G-tt will, wird dieser Tag kommen."
 
Rezension:

Eine unglaubliche Geschichte, eine unglaubliche Frau.
Waris wächst in einer Nomadenfamilie auf. Sie lernt automatisch, sich wie eine Frau zu verhalten, d.h. demütig und allen Befehlen folgend. Aber sie ist die Aufmüpfigste ihrer vielen Geschwister. Sie begehrt immer wieder auf und soll deshalb als Dreizehnjährige schon verheiratet werden. Ihr zukünftiger Mann soll ein Mann werden, der ihr Großvater sein könnte und an einem Stock geht! Waris flieht und lässt ihre geliebte Natur und vor allem ihre geliebte Mutter zurück. Durch Umwege gelangt sie in den Westen und wird Model.
Sie setzt sich für die Frauen auf der ganzen Welt ein, die beschnitten werden, nach wie vor wird dieses Leid ungefähr 2 Millionen Frauen/Mädchen jährlich angetan. Und nicht nur in Afrika, nein auch in "traditionellen" Familien inmitten New Yorks.

Ich habe Waris' Biografie an einem Tag verschlungen und obwohl ich nicht geweint habe wie Menschen, denen es Waris erzählt und die sie in ihrem Buch beschrieben hat, hat es mich sprachlos und schockiert zurückgelassen. Ein fünfjähriges Mädchen war sie, als ihr das angetan wurde. Es hat ihr ganzes Leben und ihr ganzes Wesen verändert. Und doch ist sie G-tt heute dafür dankbar, dass er ihr diese Chance ihres neuen Lebens gegeben hat, damit sie anderen Frauen helfen kann.

Das Buch hat auch einige witzige Stellen, an denen ich lauthals gelacht habe, obwohl ich glaube, dass sie keinesfalls komisch gemeint waren. So z.B. die Stelle, an der Waris mit einer Flugzeugtoilette kämpft.

Ich frage mich allerdings, inwieweit diese Gesetze, die die UNO durchsetzen will, für Nomaden gelten bzw. bei ihnen durchgesetzt werden können. Wie sollen das die zuständigen Behörden denn erfahren? Wenn diese Greueltaten schon in New York geschehen und die Polizei es nicht verhindern kann, wie dann in den Wüsten Afrikas?
 
Fazit: 

Waris ist eine starke Persönlichkeit, die gegen das Unrecht kämpft, das ihr angetan wurde. Wenn man mehr von dieser Welt, aus der sie stammt, erfahren möchte, sollte man unbedingt dieses Buch lesen. Es geht nicht nur um die Beschneidung, sondern auch um das Nomaden- und das Modelleben an sich.


Weitere Bücher der Autorin: 
  •  Nomadentochter
  • Schmerzenskinder
  • Brief an meine Mutter
  • Schwarze Frau, weißes Land
Anmerkung zur Verfilmung:
Oftmals gefällt dem Leser eine Buchverfilmung nicht, besonders tragisch ist es natürlich, wenn eine wahre Geschichte verfilmt wird.
Ich habe kurz nach dem Lesen des Romans die Verfilmung gesehen und finde sie sehr schlecht gemacht und absolut nicht zu empfehlen. Es wurde so vieles verdreht, dass die Geschichte Waris' total anders dargestellt wird, als sie wirklich passiert ist. Das ist keine künstlerische Freiheit mehr - das ist Verdrehung der Tatsachen!